Advertorial
Kölner Mehrfamilienhaus: In Rekordzeit zum Effizienzhaus 40
Text | Foto (Header): © Zehnder Group Deutschland GmbH
In einem Energiesprong-Pilotprojekt wurde ein Kölner Mehrfamilienhaus vom energetischen Problemfall zum KfW Effizienzhaus 40 EE. Digitale Prozesse & vorgefertigte Bauteile verkürzten die Sanierung auf wenige Monate, ohne Einfluss auf die Kaltmiete. Um trotz luftdichter Dämmung ein gesundes Raumklima zu sichern, wurden alle Wohnungen mit den Lüftungsgeräten Zehnder ComfoAir Fit 100 ausgestattet.
Das 1961 erbaute Mehrfamilienhaus im Kölner Stadtteil Zollstock mit seinen 992 m2 Fläche wurde 2021 als Energiesprong-Pilotprojekt ausgewählt und ist eines der ersten Gebäude, das hierzulande nach dem neuartigen Prinzip saniert wurde. Damit gehört es zu den ca. 500.000 Gebäuden in Deutschland, die sich laut Auskunft der dena für eine Energiesprong-Sanierung eignen, nämlich „insbesondere Wohnhäuser, aus den 1950er-, 1960er- und 1970er-Jahren mit bis zu drei Etagen, einfacher Hülle und einem hohen Energieverbrauch von rund 130 kWh/m2a oder mehr“.
Mit der Konzeption und Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen betraute die Wohnungsgenossenschaft die Planer vom „energiebüro vom Stein“ und das Architekturbüro „Zeller Kölmel Architekten“. Mit Korona Holzbau aus dem benachbarten Bergisch-Gladbach fand man zudem einen regional ansässigen Hersteller von nachhaltigen Fertighäusern und Hauselementen aus Holz, der aufgrund seiner ganzheitlichen Herangehensweise und Erfahrung im Bausektor hauptverantwortlich mit der Umsetzung betraut wurde. Durch die regionale Ansässigkeit konnten zudem energieintensive Transportwege vermieden werden. In der firmeneigenen Werkstatt wurde nicht nur die neue, stark gedämmte Gebäudehülle hergestellt, die Firma übernahm auch die komplette SHK-Installation.
Mit der enormen Aufstockung der Dämmung wäre eine ausreichende Luftzufuhr für die 16 Wohnungen in Köln-Zollstock allerdings nicht mehr gewährleistet gewesen. Zwar ließen sich die Wohneinheiten wie zuvor per Fenster belüften, doch damit wäre die Abdichtung der Gebäudehülle nutzlos und wertvolle Heizenergie würde verloren gehen. Eine passende Lösung zur kontrollierten Belüftung der einzelnen Mietparteien musste her. Die Hürde dabei: Eine Unterbringung von zentralen Lüftungsgeräten in jeder Wohnung wäre logistisch gesehen nicht möglich und für dezentrale Lösungen fehlten die passenden Außenwandflächen. Eine Lösung fand sich in der Bekanntschaft der beiden Unternehmen mit Marcus Bieleit, dem u.a. für den Großraum Köln zuständigen Gebietsleiter Wohnraumlüftung beim Raumklimaspezialisten Zehnder aus Lahr/Schwarzwald.
Glücklicherweise war zu diesem Zeitpunkt die Entwicklung eines neuen, kompakten Zehnder Komfort-Lüftungsgeräts, das exakt auf die Anforderungen in Mehrfamilienhäusern zugeschnitten ist, bereits weit vorangeschritten. Der Prototyp Zehnder ComfoAir Fit 100 stieß auf Begeisterung seitens der Projektverantwortlichen: Besonders dank seiner kompakten Abmessungen von gerade einmal 821 x 465 x 216 mm und der Option einer versteckten Montage in der Wand bei gleichzeitig gewohnt hoher Leistung und Effizienz. Daraufhin wurden 15 weitere Exemplare bestellt, welche Zehnder in Rekordzeit produzierte.
„Alle Zehnder ComfoAir Fit 100 verfügen außerdem über einen integrierten Enthalpietauscher, der für effiziente Wärme- und komfortable Feuchterückgewinnung sorgt. In dem Kölner Mehrfamilienhaus konnten dies Lüftungsgeräte elegant in der neuen Außenfassade versteckt werden. So geht kein Wohnraum verloren und die Bewohner bekommen abseits des behaglichen Luftwechsels nichts von der intelligenten Haustechnik mit. Der besondere Clou: Die 16 Exemplare von Zehnder ComfoAir Fit 100 besitzen Revisionsöffnungen an der Gebäudefassade und lassen sich daher von außen warten. Und trotz des einfachen Zugriffs bleibt der Frostschutz der Komfort-Lüftungsgeräte auch bei eisigen Temperaturen stets gewährleistet.
Der Wohnungsgenossenschaft lag nicht nur am Herzen, dass die Mietparteien keiner finanziellen Mehrbelastung ausgesetzt werden, sondern während des kompletten Sanierungszeitraums in ihren Wohnungen bleiben können. Um den operativen Eingriff in die Gebäudehülle so wenig invasiv wie möglich zu gestalten, entschied man sich dazu, die neue Fassade mit einer Dämmung von ca. 45 cm und inklusive vormontierter Fenster und Türen komplett vorzufertigen und im nächsten Schritt damit das Bestandsgebäude einzukleiden. Diese Vorgehensweise erforderte auch, dass die Lüftungsgeräte sowie die Luftverteilung bereits im Vorhinein in die neue Fassade integriert werden. „Dafür haben wir in der Werkstatt von Korona Holzbau gemeinsam an der optimalen Lösung getüftelt“, berichtet Marcus Bieleit. Zur Veranschaulichung wurde dort erst mit Modellen gearbeitet, bis die richtigen Maße und die perfekte Auslegung feststanden. Dann fertigte das Holzbauunternehmen die Elemente der neuen Außenfassade und setzte dabei bereits bauseits die Lüftungskomponenten ein, sodass auf der Baustelle lediglich Kernlochbohrungen und finale Installationsschritte vorgenommen werden mussten.
Die 16 Mietparteien profitieren seit dem Abschluss der kurzen Sanierungsphase im Dezember 2022 nicht nur von erheblich reduzierten Heizkosten, sondern auch von behaglicher Frischluft in allen Räumen. Dabei können die Fenster geschlossen bleiben und dank CO₂- und Feuchte-Sensoren arbeiten die Komfort-Lüftungsgeräte bedarfsgerecht und vollautomatisch. Dank effektiver Wärmerückgewinnung sind diese auch daran beteiligt, dass das Mehrfamilienhaus mit dem Effizienzhaus 40 EE Standard die höchste Stufe des KfW-Förderstatus erreicht. Das gesamte Gebäude benötigt also nur 40 % der Energie eines konventionellen Neubaus und mindestens 65 % davon werden mit erneuerbaren Energien abgedeckt. Zudem erfüllt das Energiesprong-Pilotprojekt den sogenannten NetZero Standard, was bedeutet, dass am und im Gebäude über das gesamte Jahr betrachtet, ebenso viel erneuerbare Energie selbst erzeugt wird, wie die Bewohner mit Heizung, Warmwasser und Strom verbrauchen. Diese grüne Energie liefert eine große Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Gebäudes, die ebenfalls neu angebracht wurde.
Zu einem hohen Energiestandard des Gebäudes tragen außerdem die Fassadenelemente bei, da diese in Holztafelbauweise hergestellt und mit Zellulosedämmstoff gefüllt wurden. Damit besteht die neue Fassade weitestgehend aus ökologischen Baustoffen und ist rückbau- und wiederverwertbar, was Köln-Zollstock zum ersten Energiesprong-Projekt macht, bei dem die Prinzipien des kreislaufgerechten Bauens umgesetzt wurden. Auch das Dach des Hauses wurde mit vorgefertigten Elementen energetisch ertüchtigt, bevor es mit PV-Modulen bestückt wurde. Für Heizwärme und Warmwasser sorgt eine Luft-Wärmepumpe mit groß dimensioniertem Pufferspeicher und effizientem vollelektrischem Durchlauferhitzer. Zudem wurden die veralteten und inneffizienten Heizkörper durch Niedertemperatur-Heizkörper Zehnder Nova Neo ausgetauscht, die optimal mit den Luft-Wärmepumpen harmonieren. Sie verfügen über integrierte aktivierte Lüfter, die die Konvektion zusätzlich erhöhen und so die Aufheizphase verkürzen und die Heizleistung erhöhen. Die Gesamtkosten der energetischen Modernisierung lagen bei 1,9 Millionen Euro, von denen 876.000 Euro über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) und 235.000 Euro über das Interreg-Programm der Europäischen Union gefördert wurden. Somit sind mehr als 50 % der Sanierung mithilfe von Fördermitteln erreicht worden. Erste Messungen nach dem Einbau lieferten bereits sehr gute Werte in Bezug auf den CO₂-Gehalt und die Feuchtigkeit in den Wohnungen.
Dieses Sanierungsprojekt kann man ohne Übertreibung als deutsches Leuchtturmprojekt für das Energiesprong-Verfahren und als vollen Erfolg bezeichnen. Zahlreiche Faktoren wie die stabile Kaltmiete, das Tempo, in dem die Sanierung von Statten ging, die minimale Beeinträchtigung der Mietparteien, die konstruktive und innovative Zusammenarbeit aller Beteiligten und letztlich auch der dadurch erreichte, hohe Energiestandard des sanierten Objekts zeigen die Stärken und Chancen des neuartigen Verfahrens optimal auf. Aufgrund der überaus positiven Erfahrungen bei diesem Pilotprojekt plant die Wohnungsgenossenschaft am Vorgebirgspark rund 50 weitere Wohneinheiten à la Energiesprong energetisch zu sanieren.