Ausgabe September | Oktober 2023

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AUSZUG AUS DEM INHALT:

TITELTHEMA
GEG-Fortschreibung parallel zu neuem Wärmeplanungsgesetz
Seit Monaten ist die GEG-Novelle als „Heizungsgesetz“ in aller Munde. Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral sein. Damit verbleiben uns knappe 22 Jahre, in der die Wärmewende die Energie für Raumwärme-, Warmwasser- und Prozesswärmebereitung vollständig dekarbonisieren soll. Die Vorgaben der GEG-Novelle reichen dafür nicht aus. Erst im Verbund mit dem neuen Gesetz zur kommunalen Wärmeplanung kann sich der günstige Rahmen beschleunigen und Investitionssicherheit geschaffen werden. Das Wärmeplanungsgesetz wurde Mitte August 2023 vom Kabinett beschlossen, die GEG-Novelle wird der Bundestag voraussichtlich im September verabschieden. In Kraft treten sollen beide Gesetze 2024.

REALISIERTE OBJEKTE
Möbelfabrik Vestre, Norwegen
Die Produktionsanlage des norwegischen Herstellers Vestre liegt mitten im Wald. Entworfen von der BIG Bjarke Ingels Group, gilt „The Plus“als eine der  umweltfreundlichsten Möbelfabriken der Welt. Sie vereint nachhaltige Architektur mit neuester Industrietechnologie und könnte wegweisend für die Produktion von morgen sein.

ENERGIEBERATUNG
Energetische Sanierung, Teil I
Deutschlands Häuser sind relativ alt: 90 Prozent der Immobilien sind vor der ersten EnEV – also vor dem Jahr 2002 – entstanden. Dabei sind etwa 70 Prozent des Bestands von vor 1979 gar nicht oder unzureichend gedämmt. Im Gegenzug dazu dümpelt die Sanierungsrate seit Jahren mit etwa einem Prozent vor sich hin. Um das sehr große Potenzial für die Wärmewende im Gebäudesektor sowie den Klimaschutz zu nutzen und die energetische Ertüchtigung im großen Stil zu pushen, soll hierzulande die serielle Sanierung vorangetrieben werden. Dazu gibt es verschiedene Förderprogramme

Serielle Sanierung
In Mönchengladbach hat die LEG ein Pilotprojekt gestartet: Im Living Lab erarbeiten fünf Bauunternehmen fünf Lösungen zur klima- und sozialverträglichen seriellen Sanierung von Gebäudebestand

Energetische Sanierung eines Mehrfamilienhause
Für die energetische Sanierung eines Mehrfamilienhauses wurde ein Konzept erstellt, um danach den Passivhausstandard zu erreichen. Der folgende Beitrag zeigt auf, was es bei der Umsetzung zu beachten galt und wie diese vonstattenging.

GEBÄUDEHÜLLE
Dachsanierung im laufenden Betrieb
Die Danieli Engineering & Services GmbH in Völkermarkt ließ das Dach einer ihrer Produktionshallen bei laufendem Betrieb sanieren. Dabei wurden 5.300 m² Fläche
innerhalb von acht Wochen rück- und komplett neu aufgebaut.

(Mindest-)Wärmeschutz
Die Dämmung der obersten Geschossdecke spielt insbesondere durch die gesetzliche Verpflichtung zur Dämmung dieser oder des Dachs eine immer größere Rolle. Sie ist aber nicht nur deswegen energetisch äußerst relevant. Wann sollte die oberste Geschossdecke gedämmt werden bzw. warum ist die Dämmung der obersten
Geschossdecke so wichtig?

ANLAGENTECHNIK
Kraft-Wärme-Kopplung
Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bleibt eine Schlüsseltechnologie für eine sichere und bezahlbare Energiewende, denn sie ergänzt perfekt die Schlüsseltechnologie der Zukunft: die Wärmepumpe. Durch den Einsatz von Biomethan und Wasserstoff bleibt KWK eine langfristig nachhaltige Investition.

Steckersolargerät und Wärmepumpen-Warmwasserbooster
Steckersolargeräte erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Bis dato sollen mehr als 250.000 dieser Anlagen installiert sein. Da sie inzwischen sehr preisgünstig angeboten werden und relativ unkompliziert zu montieren und anzuschließen sind, stellen sie eine ideale Möglichkeit der Stromselbstversorgung dar – insbesondere in Mehrfamilienhäusern, die den Weg über das EEG-Mietermodell scheuen. Welche Rolle können sie für die Warmwasserversorgung spielen?

Raus aus der Sommerpause – rein in die Debatten …

… und damit rein ins nächste Kapitel um den Streit über die GEG-Novelle. Im September – also erst nach dem Redaktionsschluss für diese Ausgabe – sollen im  Bundestag die Beratungen über die Änderungen des „Heizungsgesetzes“ weitergehen. Die Novelle soll 2024 in Kraft treten – zeitgleich zur kommunalen Wärmeplanung und dem Solarpaket I. Was diese beiden Themen anbelangt, ist die Politik schon weiter als beim GEG. Am 16.08.2023 hat das Bundeskabinett dem Gesetzentwurf zur Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze zugestimmt1). Am selben Tag hat die Bundesregierung mit dem Solarpaket I ein weiteres Gesetzesbündel auf den Weg gebracht, das Bau und Betrieb von PV-Anlagen entbürokratisieren und beschleunigen soll2). Während also diese Vorgaben zumindest für 2024 nun auf Kurs
sind, ist bei vielen die Klimastimmung zwischenzeitlich im Keller. Und viel zu sehr „im Keller“ werde nach Ansicht des Passivhausinstituts auch die Diskussion rund um die Wärmewende geführt. „Es wurde und wird nur über den Austausch der Heizsysteme diskutiert“, heißt es in einer Stellungnahme. Es sei wichtig, fossile Heizsysteme möglichst schnell loszuwerden. Und der richtige Zeitpunkt dafür sei, wenn die alte Anlage kaputt gehe, aber: „Unsere Gebäude haben nicht nur einen Heizungskeller“, betont das unabhängige Institut.

Unbestritten haben Gebäude noch viele andere Bauteile – und deren energetische Performance liegt gerade im Bestandsbereich sehr im Argen. Trotzdem dümpelt die Sanierungsquote nach Aussage des Öko-Zentrums NRW mit jährlich rund einem Prozent immer noch vor sich hin. Kein gutes Rezept, um das CO2 aus der Luft zu bekommen. Förderprogramme sollen Abhilfe schaffen und die „luftigen“ Altbauten in dickere Jäckchen packen. Zugleich arbeitet die Branche an Lösungen, um Planung und Umsetzung geeigneter Maßnahmen so zu optimieren, dass sie schneller und mittelfristig auch günstiger umsetzbar sind. Hier kommt neben der konventionellen die serielle Sanierung ins Spiel. Sie setzt derzeit im Bereich Wohnbau an und ist prädestiniert für die vielen Häuser, die dank einfachster Kubatur den Einsatz möglichst
vieler gleichartiger, vorgefertigter Elemente erlauben. Um Eingriffe in die Gebäudehülle und Beeinträchtigungen der Mieter dabei möglichst gering zu halten, sollen die fertigen Elemente einfach vor die alte Hülle montiert und am Schluss angeschlossen werden. Wie das funktioniert und was dabei zu beachten ist, erfahren Sie in unserer kleinen Artikelreihe zum seriellen Sanieren. Teil 1, der in dieser Ausgabe erscheint, fokussiert allerdings zunächst auf entsprechende Fördermöglichkeiten und in Teil 2, der in Ausgabe November/Dezember erscheint, erfahren Sie dann konkrete Details zum Umsetzen serieller Sanierungen in der Praxis.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei all Ihren Projekten!
Ihr GEG Baupraxis-Team